22 September 2006

Tanken auf schwedisch oder: warum piepst es hier

So, es ist Freitag, die beiden Vorlesungen in meinem Stundenplan fanden nicht statt, morgen kommt Raika für ein paar Tage und wir fahren nach Stockholm... alles wunderbar :-) Selbst für nächsten Donnerstag habe ich schon einen Termin in der Werkstatt, wo dann endlich diverse Dinge repariert werden sollen.
So war das einzige Hindernis dieses Tages das Tanken. Im Prinzip geht das ja relativ einfach: Man fährt zur Tankstelle bis zur Zapfsäule (hab ich getan), öffnet die Tankklappe (selbst das klappt wieder) wählt den richtigen Zapfhahn aus... ehm, Moment. Oben steht 95 oder 98 Oktan?! 95 (Super bleifrei) brauch ich, hab mich ja vorher schlau gemacht. Aber da ist nur EIN Einfüllstutzen... ahja, System erkannt, 2 große grüne Knöpfe zum Wählen des richtigen Treibstoffes. Also, 95 Oktan gewählt, Einfüllstutzen in den Tank gesteckt, Griff angezogen und...nix.
Gut, wo lag der Fehler. Da fiel mir dann auch ein penetrantes Piepsen auf, das anscheinend von meiner Zapfsäule kam. Nach kurzem Ratespiel (mit etwas Glück kann man aus schwedischen Sätzen was lustiges in deutscher Sprache basteln) erkannte ich das Problem. Der Automat wollte meine Kreditkarte, jetzt, auf der Stelle, bevor es nur einen Tropfen Benzin gab. Naja, andere Länder, andere Sitten. Nach ein wenig Tastenfeldgetippe floss auch der Treibstoff in den Tank, das Piepsen verschwand und meine Gesichtszüge entspannten sich wieder.
Als der Tank dann voll war, hatte ich auch die Begriffserläuterung für den roten Knopf rausbekommen... es hieß soviel wie "Hier drücken, um an der Kasse zu zahlen."

21 September 2006

So, nun möchte ich doch noch 2 Videos zum "Draget" nachreichen. Ich finde, sowas könnten wir zur Prowo etablieren, am besten zwischen den Fachschaften ;-)






16 September 2006

Die spinnen, die Finnen...

...ok, zugegeben, es sind Schweden, keine Finnen. Aber im Zuge der Globalisierung muss man sowas ja nicht so kritisch sehen ;-) Heute fand das so genannte "Dra't i Spa't 2006" statt. Ich wüßte nicht einmal, wie man das ausspricht, aber es gibt wohl schlimmeres. Bevor ich genauer darauf eingehe, muss ich aber ein wenig weiter ausholen (keine Sorge, ich fasse mich kurz). In Linköping hier findet nicht einfach nur eine Uniparty statt, sondern ein ganzes Programm über mindestens zwei Tage. Neben den Partys an sich finden diverse Wettkämpfe statt; heute war es Tauziehen. Dies scheint hier etwas durchaus traditionelles zu sein, auch schön mit einem Fluss in der Mitte, da mit die Verlierer richtig baden gehen. Der geneigte Leser mag im Folgenden unter diesem Link weitere Informationen finden: http://www.draget.nu

Den Weg in den Fluss hätte mein Nachbar heute nacht auch gern finden können. Da ging doch nachts um kurz vor 4h die Boxen (natürlich inklusive Bassbox) bis zum Anschlag an. Ich fand ihn dann angetrunken aufm Sofa mit ein paar Freunden, seine Zimmertür weit offen, damit die Musik auch von der ca. 15m entfernten Anlage bis ins Wohnzimmer schallte. Den Knaben bekomm ich so langsam richtig lieb. Nachdem ich in seinem Zimmer die Boxenausrichtung mal geändert habe und das ganze leise gestellt habe, waren sogar noch ein paar Stunden Schlaf drin. Heut morgen lief er mir zumindest recht kleinlaut über den Weg... Schwachkopf!


Ganz abseits des Alltags gibt es hier ein anderes Thema: Wahlen. Morgen ist hier Bundestagswahl (nein, heißt wohl nicht so, aber zumindest Wahlen auf Staatsebene, ihr wisst schon was ich meine ;-) Es sieht so aus, als ob nach vielen vielen Jahrzehnten die liberalkonservative Seite mal gewinnen könnte, doch gibt es hier einige Skandale wegen Spionage bei den Sozialdemokraten etc. Aber spannend ist eigentlich (zumindest für mich) die zentralen Wahlkampfthemen hier - Zuwanderung (im Notfall immer ein tolles Thema) - Atomausstieg (die meisten Schweden wollen ihre Atommeiler behalten) - Bildung Ähm, Bildung? Jep, genau das. Unser Pisa-Vorzeigeland streitet lauthals, wie die Ausbildung von Lehrern verbessert werden könnte, dass mehr in die Bildung investiert werden müsse etc. Ohne Frage ein durchaus jederzeit wichtiges Thema, doch dass es hier so eine zentrale Rolle einnimmt, hat mich mehr als verwundert... Nun denn, ich schau mal, ob Pappnase und Konsorten die Küche wenigstens halbwegs sauber hinterlassen haben, mein Magen knurrt :-)

12 September 2006

So ist´s hier in Schweden...

So, jetzt sind schon wieder ein paar Tage vergangen, seit ich hier wieder in Schweden bin... Erst einmal möchte ich euch noch kurz den Übeltäter des letzten Beitrags zeigen, meine ABS-Leuchte. Ich bin dann auch direkt zu einer hiesigen Ford-Werkstatt gefahren und hatte ein durchaus erfolgreiches Gespräch mit einem Mitarbeiter, erstaunlich, was man im Notfall alles an Englisch noch kann :-) Ja, er hatte das Problem erfasst und ja, wir machen nen Termin und sie schauen sich das an und ja, sie haben sogar jemand in der Werkstatt der Deutsch kann und das meiner Heimatwerkstatt komunizieren kann und ja, ich könnte dann am 20.09. kommen. 20.09.? Das ganze Gespräch fand am 06.09. statt, also 2 Wochen vorher. Naja, klar, ABS hat was mit Bremsen zu tun, hab ich wohl den Vorzugstermin bekommen, mensch sind die hier schnell. Der Leihe verstehts nicht, der Fachmann wundert sich, Willkommen bei den Elchen :-)

Aber wo ich gerade bei Schweden bin, letzte Woche hat mich echt einer in der Vorlesung angesprochen, ganz aus eigenem Antrieb. Nicht, dass ich es jetzt ganz außergewöhnlich fand, aber den anderen Exchange-students entlockte das wahre Begeisterungslaute. Und nein, es war nichtmal der Dozent oder mein Nachbar, den ich nur sehe, wie er sich Würstchen mit Reis macht und sich danach aus seiner 5kg-Vorratspackung irgendeinen dopingähnlichen Kraftdrink zuführ ;-)

Ein Thema zu Schweden geht noch? Ja, ich denke schon. Der Schwede an der Kasse im Supermarkt. Vielleicht habe ich nur Ausnahmen erlebt, aber sie häufen sich ;-) Ich weiß nicht ob unsere alten Schweden das hier auch so erlebt haben, aber mir ist es jetzt schon ein paar mal aufgefallen. Die Person vor mir legt jeden Artikel einzeln auf das Förderband, schön aufgereiht, dass ja nichts nebeneinander liegt. Ad Absurdum wurde das ganze bei 5 großen Schokoriegeln geführt, welche in einer länglichen Reihe das halbe Förderband einnahmen und erst an deren Ende die Bananen und die Milch gelegt wurden. Ihr könnt euch vorstellen, wie das bei einem volleren Einkaufswagen aussieht.

Aber nun genug davon, ansonsten ists hier wirklich schön und das Wetter war heute fast so herrlich, wie es wohl schon seit Tagen zuhause ist.
Im Folgenden auch ein paar Fotos von meinem Korridor und Zimmer:
Das erste zeigt unseren Flur hier mit der Eingangstür am Ende. Von diesem gehen die 8 Zimmer samt eigenem Bad und kleinen Flur ab sowie das Wohnzimmer, welches in die Küche führt.

Dies ist dann - wie könnte es anders sein - unser Wohnzimmer (Foto aus dem Flur durch die Plexiglaswand). Wenn die beiden Markusse mal nachm Essen sauber machen, ist´s da auch ganz gemütlich ;-)

Von hier geht´s dann direkt weiter in die Küche, wo man dann der Kühl- und Gefriertruhenwand gegenübersteht (ein Gerät + Mikrowelle steht noch weiter links).

Nach rechts gewandt sieht die Küche dann so aus (mit einem 2. Herd weiter links). Hier hat jeder seine 2 Schränke, eine Schublade und es gibt noch einen großen Gemeinschaftsbereich mit Küchenutensilien für alle.

Das letzte Bild gibt dann noch kurz einen Einblick in mein Zimmer mit einem quasi ordentlichen Schreibtisch :-)

06 September 2006

Mit dem Auto gen Norden

So, seit Sonntag abend bin ich wieder in Linköping, augenscheinlich dem Zentrum Schwedens. Zumindest tauchte es erst 34 km vor der Stadtgrenze auf einem Autobahnschild auf. Aber fangen wir mal von vorne an: Freitag nachmittag bin ich von Lautern aus erstmal in die Heimat gefahren und Samstag dann bis kurz vor Fehmarn; mein Drang 17 Stunden am Stück zu fahren oder auf irgendeinem Parkplatz zu nächtigen, hielten sich eindeutig in Grenzen. Nach einer geruhsamen Nacht in ner kleinen Pension ging es dann Sonntag morgen weiter. Begrüßt wurde ich sodann auch morgens von einer leuchtenden ABS-Lampe im Auto, klasse! Allen Versuchen zum Trotz wollte sich dies auch nicht ändern, was wohl eine Werkstattsuche hier in Schweden zur Folge hat, aber das ist wieder eine andere Geschichte :-) Zumindest ging es dann über Dänemark mittels zwei Fähren bis nach Schweden.
Drüben angekommen blieben noch ca. 500 km zu fahren, und das bei max. 110 km/h; die reinste Quälerei. Und von wegen schöne Landschaft, stellt euch mal 6 Stunden am Stück diesen immer gleichen Anblick vor, keinerlei Abwechslung...

Ganz interessant ist übrigens deren Leitplankenalternative, das sind einfach ein paar gespannte Drahtseile. Die Frage, ob sowas überhaupt hält, stellte sich mir da doch schon... sie wurde 5 Minuten später von einem BMW-Fahrer positiv beantwortet. Er hatte sein Auto wohl kurz zuvor in die Mittelleitplankenalternative gejagt, wie auch immer... wahrscheinlich hatte ihn die Natur eingeschläfert ;-) Zumindest stand er telefonierend neben seinem Totalschaden, war wohl nochmal alles gut gegangen.
Apropo Totalschaden, beim nächsten Mal wird die ABS-Story vielleicht weitergeführt, mal sehen was meine Werkstattsuche ergibt und wie vor allem die Verständigung klappt ;-)