13 Oktober 2006

Und die Vorlesungen sind vorbei!

Kaum ist man in Schweden angekommen und hat sich ein paar Vorlesungen angehört, schon ist das Semester (oder besser gesagt das Quartal/Term) vorbei. So hatte ich am Dienstag dieser Woche schon meine erste Klausur in "Introduction into IT-structure", eine Mischung aus Multiple Choice und normalen Fragen. Jetzt müssen wir bis Montag noch unsere Gruppenarbeit unter Dach und Fach bekommen (Thema: Voice over IP - An Introduction) und damit wäre dann hoffentlich dieser 3ETCS-Kurs erfolgreich abgeschlossen. Kommenden Freitag steht dann noch die Klausur zu "Supply Chain Management" ins Haus, mal sehen was das so gibt. Auch wenns nur für den Freien Wahlpflichtblock ist, klingt doch trotzdem toll... ;-)
Ansonsten bleibt nicht viel mehr, als in den kommenden Tagen auch alles andere zu regeln, denn einen Tag nach der letzten Klausur geht es auch schon wieder zurück nach Deutschland, schließlich wartet der Semesterstart in Kaiserslautern und neben einer ausstehenden Prüfung dort noch viele Informatik-Übungsblätter (zumindest befürchte ich das).
Falls also jemand noch etwas aus Schweden mitgebracht haben möchte, sollte mir das bis Ende nächster Woche mitgeteilt werden. Achja, Elche sind ausverkauft ;-)

P.S.: Wer einen Blick auf den Campus werfen will, hier ist ein Link zur (wieder funktionsfähigen) Uni-Webcam.

06 Oktober 2006

Schlange stehen

Wie den meisten bewußt sein sollte, sind die Schweden ein kleines Völkchen im Norden Europas. Da bietet es sich ja auch an, manche Dinge bei anderen Nationen abzugucken, denn immer eigene Sachen erfinden ist für so wenig Menschen ja auch etwas aufwendig. So gehe ich mal davon aus, dass man hier versucht hat, das "Schlange stehen" den Engländern nachzumachen. Anscheinend fehlt den Schweden aber leider das "Schlange stehen"-Gen. Um dies zu kompensieren, darf man hier überall eine Nummer ziehen und warten, bis man aufgerufen wird. Egal ob im Studierendenbüro, bei der Wohnungsverwaltung, ja selbst in der Apotheke. Fehlt aber mal so ein Nummerziehn-Automat, bricht das reinste Chaos aus. Wo sich der nordische Inselbewohner noch selbstständig in geometrisch vollendeter Formation in die Reihe stellen kann, wird sich in Schweden vorgedrängelt wie in Deutschland zu schlimmsten Aldizeiten. Dies hat anscheinend so schwere Probleme verursacht, dass sich das Nummer ziehen immer weiter verbreitet. Schonmal auf die Idee gekommen, in einem Geschäft wie C&A ne Nummer zu ziehen? Nicht? Willkommen in Schweden ;-)

05 Oktober 2006

Raika zu besuch - Teil 2

Da Raika bis Mittwochs blieb, hatten wir nach Stockholm noch etwas Zeit in Linköping. Neben einem obligatiorischen Besuch bei IKEA sind wir auch nach Motala zum Vatten gefahren, einem großen See in Schweden. Dort haben wir uns dann auch von der schwedischen Verkehrsbeschilderung nahezu in den Wahnsinn treiben lassen.
Außerdem haben wir noch einen Abstecher zum Gota Kanal gemacht, Beweisfotos anbei (bei dem einen war mein Arm wohl etwas kurz ;-) Ansonsten waren wir noch an der Uni und Mittwochs gabs einen Abstecher nach Norrköping. Insegsamt war´s auf jeden Fall eine wunderschöne Zeit.

Raika zu besuch - Teil 1

So, ich weiß, es mangelte in letzter Zeit an Beiträgen. Also schauen wir mal ein Stück zurück, was in den letzten knapp 2 Wochen geschehen ist.
Nach dem ich Freitags erfolgreich getankt hatte, wollte ich mich Samstag morgen ja dann zum Flughafen aufmachen, um Raika abzuholen. Statt meines Weckers weckte mich jedoch mein Handy, an welchem meine Freundin mir bekommen,etwas aufgelöst mitteilte, dass sie ihren Perso vergessen hatte (weiteres dazu auf ihrem Blog). Anscheinend in letzter Minute hatte sie den Flieger zum Glück doch noch so dass ich mich mit einem akzeptablem Puls unter 200 aufmachen konnte.
Als ich dann losfahren wollte, wurde mein Puls dann doch nochmal beschleunigt, ein lautes Quitschen und Pfeifen kam aus dem rechten Radkasten... naja, bei 50km/h machte es "plopp" und irgendwas, dass sich verklemmt hatte, schien sich gelöst zu haben. Zum Glück stand ja schon der Werkstatttermin fest, also weiter ;-)
Etwas zu früh kam ich dann auch in Stockholm Skavsta an, wo Raika schon angekommen war, top timing. Von dort aus ging es dann auch direkt nach Stockholm, wo wir das Wochenende verbrachten.
Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück, die ganze Zeit Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 20°C.
Das erste Bild zeigt irgendein tolles Schloss des schwedischen Königshauses. Auf der Rückseite ist noch eine riesige Parkanlage, welche zum Glück nur zum Teil abgesperrt war. Wirklich schön gelegen, nur die ganzen Touris stören total ;-)
Die beiden folgenden Bilder stammen aus Skansen, einer Mischung aus Freilichtmuseum, Tierpark und schwedischem Kulturerhaltungstreffpunkt. Somit gibts dann auf meinem Blog auch ein Quotenfoto von Elchen.
Ansonsten konnten wir neben einer Bootsfahrt, dem Besuch des Nobel-Museums und einiger anderer noch einen wunderschönen Sonnenuntergang über den schwedischen Gewässern erleben.

22 September 2006

Tanken auf schwedisch oder: warum piepst es hier

So, es ist Freitag, die beiden Vorlesungen in meinem Stundenplan fanden nicht statt, morgen kommt Raika für ein paar Tage und wir fahren nach Stockholm... alles wunderbar :-) Selbst für nächsten Donnerstag habe ich schon einen Termin in der Werkstatt, wo dann endlich diverse Dinge repariert werden sollen.
So war das einzige Hindernis dieses Tages das Tanken. Im Prinzip geht das ja relativ einfach: Man fährt zur Tankstelle bis zur Zapfsäule (hab ich getan), öffnet die Tankklappe (selbst das klappt wieder) wählt den richtigen Zapfhahn aus... ehm, Moment. Oben steht 95 oder 98 Oktan?! 95 (Super bleifrei) brauch ich, hab mich ja vorher schlau gemacht. Aber da ist nur EIN Einfüllstutzen... ahja, System erkannt, 2 große grüne Knöpfe zum Wählen des richtigen Treibstoffes. Also, 95 Oktan gewählt, Einfüllstutzen in den Tank gesteckt, Griff angezogen und...nix.
Gut, wo lag der Fehler. Da fiel mir dann auch ein penetrantes Piepsen auf, das anscheinend von meiner Zapfsäule kam. Nach kurzem Ratespiel (mit etwas Glück kann man aus schwedischen Sätzen was lustiges in deutscher Sprache basteln) erkannte ich das Problem. Der Automat wollte meine Kreditkarte, jetzt, auf der Stelle, bevor es nur einen Tropfen Benzin gab. Naja, andere Länder, andere Sitten. Nach ein wenig Tastenfeldgetippe floss auch der Treibstoff in den Tank, das Piepsen verschwand und meine Gesichtszüge entspannten sich wieder.
Als der Tank dann voll war, hatte ich auch die Begriffserläuterung für den roten Knopf rausbekommen... es hieß soviel wie "Hier drücken, um an der Kasse zu zahlen."

21 September 2006

So, nun möchte ich doch noch 2 Videos zum "Draget" nachreichen. Ich finde, sowas könnten wir zur Prowo etablieren, am besten zwischen den Fachschaften ;-)






16 September 2006

Die spinnen, die Finnen...

...ok, zugegeben, es sind Schweden, keine Finnen. Aber im Zuge der Globalisierung muss man sowas ja nicht so kritisch sehen ;-) Heute fand das so genannte "Dra't i Spa't 2006" statt. Ich wüßte nicht einmal, wie man das ausspricht, aber es gibt wohl schlimmeres. Bevor ich genauer darauf eingehe, muss ich aber ein wenig weiter ausholen (keine Sorge, ich fasse mich kurz). In Linköping hier findet nicht einfach nur eine Uniparty statt, sondern ein ganzes Programm über mindestens zwei Tage. Neben den Partys an sich finden diverse Wettkämpfe statt; heute war es Tauziehen. Dies scheint hier etwas durchaus traditionelles zu sein, auch schön mit einem Fluss in der Mitte, da mit die Verlierer richtig baden gehen. Der geneigte Leser mag im Folgenden unter diesem Link weitere Informationen finden: http://www.draget.nu

Den Weg in den Fluss hätte mein Nachbar heute nacht auch gern finden können. Da ging doch nachts um kurz vor 4h die Boxen (natürlich inklusive Bassbox) bis zum Anschlag an. Ich fand ihn dann angetrunken aufm Sofa mit ein paar Freunden, seine Zimmertür weit offen, damit die Musik auch von der ca. 15m entfernten Anlage bis ins Wohnzimmer schallte. Den Knaben bekomm ich so langsam richtig lieb. Nachdem ich in seinem Zimmer die Boxenausrichtung mal geändert habe und das ganze leise gestellt habe, waren sogar noch ein paar Stunden Schlaf drin. Heut morgen lief er mir zumindest recht kleinlaut über den Weg... Schwachkopf!


Ganz abseits des Alltags gibt es hier ein anderes Thema: Wahlen. Morgen ist hier Bundestagswahl (nein, heißt wohl nicht so, aber zumindest Wahlen auf Staatsebene, ihr wisst schon was ich meine ;-) Es sieht so aus, als ob nach vielen vielen Jahrzehnten die liberalkonservative Seite mal gewinnen könnte, doch gibt es hier einige Skandale wegen Spionage bei den Sozialdemokraten etc. Aber spannend ist eigentlich (zumindest für mich) die zentralen Wahlkampfthemen hier - Zuwanderung (im Notfall immer ein tolles Thema) - Atomausstieg (die meisten Schweden wollen ihre Atommeiler behalten) - Bildung Ähm, Bildung? Jep, genau das. Unser Pisa-Vorzeigeland streitet lauthals, wie die Ausbildung von Lehrern verbessert werden könnte, dass mehr in die Bildung investiert werden müsse etc. Ohne Frage ein durchaus jederzeit wichtiges Thema, doch dass es hier so eine zentrale Rolle einnimmt, hat mich mehr als verwundert... Nun denn, ich schau mal, ob Pappnase und Konsorten die Küche wenigstens halbwegs sauber hinterlassen haben, mein Magen knurrt :-)

12 September 2006

So ist´s hier in Schweden...

So, jetzt sind schon wieder ein paar Tage vergangen, seit ich hier wieder in Schweden bin... Erst einmal möchte ich euch noch kurz den Übeltäter des letzten Beitrags zeigen, meine ABS-Leuchte. Ich bin dann auch direkt zu einer hiesigen Ford-Werkstatt gefahren und hatte ein durchaus erfolgreiches Gespräch mit einem Mitarbeiter, erstaunlich, was man im Notfall alles an Englisch noch kann :-) Ja, er hatte das Problem erfasst und ja, wir machen nen Termin und sie schauen sich das an und ja, sie haben sogar jemand in der Werkstatt der Deutsch kann und das meiner Heimatwerkstatt komunizieren kann und ja, ich könnte dann am 20.09. kommen. 20.09.? Das ganze Gespräch fand am 06.09. statt, also 2 Wochen vorher. Naja, klar, ABS hat was mit Bremsen zu tun, hab ich wohl den Vorzugstermin bekommen, mensch sind die hier schnell. Der Leihe verstehts nicht, der Fachmann wundert sich, Willkommen bei den Elchen :-)

Aber wo ich gerade bei Schweden bin, letzte Woche hat mich echt einer in der Vorlesung angesprochen, ganz aus eigenem Antrieb. Nicht, dass ich es jetzt ganz außergewöhnlich fand, aber den anderen Exchange-students entlockte das wahre Begeisterungslaute. Und nein, es war nichtmal der Dozent oder mein Nachbar, den ich nur sehe, wie er sich Würstchen mit Reis macht und sich danach aus seiner 5kg-Vorratspackung irgendeinen dopingähnlichen Kraftdrink zuführ ;-)

Ein Thema zu Schweden geht noch? Ja, ich denke schon. Der Schwede an der Kasse im Supermarkt. Vielleicht habe ich nur Ausnahmen erlebt, aber sie häufen sich ;-) Ich weiß nicht ob unsere alten Schweden das hier auch so erlebt haben, aber mir ist es jetzt schon ein paar mal aufgefallen. Die Person vor mir legt jeden Artikel einzeln auf das Förderband, schön aufgereiht, dass ja nichts nebeneinander liegt. Ad Absurdum wurde das ganze bei 5 großen Schokoriegeln geführt, welche in einer länglichen Reihe das halbe Förderband einnahmen und erst an deren Ende die Bananen und die Milch gelegt wurden. Ihr könnt euch vorstellen, wie das bei einem volleren Einkaufswagen aussieht.

Aber nun genug davon, ansonsten ists hier wirklich schön und das Wetter war heute fast so herrlich, wie es wohl schon seit Tagen zuhause ist.
Im Folgenden auch ein paar Fotos von meinem Korridor und Zimmer:
Das erste zeigt unseren Flur hier mit der Eingangstür am Ende. Von diesem gehen die 8 Zimmer samt eigenem Bad und kleinen Flur ab sowie das Wohnzimmer, welches in die Küche führt.

Dies ist dann - wie könnte es anders sein - unser Wohnzimmer (Foto aus dem Flur durch die Plexiglaswand). Wenn die beiden Markusse mal nachm Essen sauber machen, ist´s da auch ganz gemütlich ;-)

Von hier geht´s dann direkt weiter in die Küche, wo man dann der Kühl- und Gefriertruhenwand gegenübersteht (ein Gerät + Mikrowelle steht noch weiter links).

Nach rechts gewandt sieht die Küche dann so aus (mit einem 2. Herd weiter links). Hier hat jeder seine 2 Schränke, eine Schublade und es gibt noch einen großen Gemeinschaftsbereich mit Küchenutensilien für alle.

Das letzte Bild gibt dann noch kurz einen Einblick in mein Zimmer mit einem quasi ordentlichen Schreibtisch :-)

06 September 2006

Mit dem Auto gen Norden

So, seit Sonntag abend bin ich wieder in Linköping, augenscheinlich dem Zentrum Schwedens. Zumindest tauchte es erst 34 km vor der Stadtgrenze auf einem Autobahnschild auf. Aber fangen wir mal von vorne an: Freitag nachmittag bin ich von Lautern aus erstmal in die Heimat gefahren und Samstag dann bis kurz vor Fehmarn; mein Drang 17 Stunden am Stück zu fahren oder auf irgendeinem Parkplatz zu nächtigen, hielten sich eindeutig in Grenzen. Nach einer geruhsamen Nacht in ner kleinen Pension ging es dann Sonntag morgen weiter. Begrüßt wurde ich sodann auch morgens von einer leuchtenden ABS-Lampe im Auto, klasse! Allen Versuchen zum Trotz wollte sich dies auch nicht ändern, was wohl eine Werkstattsuche hier in Schweden zur Folge hat, aber das ist wieder eine andere Geschichte :-) Zumindest ging es dann über Dänemark mittels zwei Fähren bis nach Schweden.
Drüben angekommen blieben noch ca. 500 km zu fahren, und das bei max. 110 km/h; die reinste Quälerei. Und von wegen schöne Landschaft, stellt euch mal 6 Stunden am Stück diesen immer gleichen Anblick vor, keinerlei Abwechslung...

Ganz interessant ist übrigens deren Leitplankenalternative, das sind einfach ein paar gespannte Drahtseile. Die Frage, ob sowas überhaupt hält, stellte sich mir da doch schon... sie wurde 5 Minuten später von einem BMW-Fahrer positiv beantwortet. Er hatte sein Auto wohl kurz zuvor in die Mittelleitplankenalternative gejagt, wie auch immer... wahrscheinlich hatte ihn die Natur eingeschläfert ;-) Zumindest stand er telefonierend neben seinem Totalschaden, war wohl nochmal alles gut gegangen.
Apropo Totalschaden, beim nächsten Mal wird die ABS-Story vielleicht weitergeführt, mal sehen was meine Werkstattsuche ergibt und wie vor allem die Verständigung klappt ;-)

27 August 2006

Zu Besuch in Deutschland


Nach einer Taxi- und Busfahrt mit anschließendem Flug bin ich gestern morgen gegen 9h in Frankfurt-Hahn gelandet... was heißt "gelandet", der Pilot hat sein ganzes Können zelibriert und die Maschine wie ne tote Ente zu Boden gebracht, das arme Fahrwerk ;-) Anschließend hab ich über Mittag ein wenig meinen Schlafmangel ausgeglichen und abends gings per Zug zu Yvonnes & Steffens Polterabend.
Festzuhalten bleibt, dass es ein superschöner Abend war (in gemütlichen Pavillions vor dem Regen geschützt) und unsere Gastgeber für unser leibliches Wohl bestens gesorgt hatten (besonders die selbstkühlenden Bierfässer waren super ;-). Ich hoffe, dass wir irgendwann nochmal wiederkommen dürfen, auch wenn wir einen ziemlichen Scherbenhaufen verursacht haben, aber das war ja wohl auch beabsichtigt :-) Anbei noch ein paar Bilder aus der fröhlichen Runde und dem gut beschenkten Brautpaar.



25 August 2006

Völkerverständigung :-)

Da bin ich gerade mal in Schweden angekommen, da geht´s auch schon für ein paar Tage wieder in die Heimat. Da mein Flieger gegen 7h starten soll, muss ich also gegen 5.30h in am Airport Stockholm Skavsta sein. Sprich, ich werde hier gegen 4h mit dem Busshuttle von Linköping abfahren. Bleibt nur noch die Frage zu klären, wie ich zum Busterminal komme. ;-) Aber alles kein Problem, wozu gibt´s denn schließlich ein Taxi. Schnell hatte ich auch ein Taxiunternehmen gefunden, was mit dem Busshuttle kooperiert, angerufen... schwedische Bandansage. Hmmm..... Ich hab´s mir 3mal angehört und nichtmal den leisesten Verdacht, was die von mir wollten. Etwas später habe ich dann doch mal jemanden aus Fleisch und Blut am anderen Ende der Leitung erwischt (wahlloses Tastendrücken zuvor hatte auch zu keinem Erfolg geführt), und der Taxibestellvorgang konnte beginnen. Ergebnis: Das Gespräch hat 6:36 min gedauert (bei der Aussprache schwedischer Straßennamen haperts doch gewaltig bei mir) und das Taxi kommt um 3.15h, also noch genug Zeit um am Busbahnhof für nen Marathon zu trainieren ;-)

Doch wo ich gerade bei Völkerverständigung bin: Unser Quotenschwede in Supply Chain Management (gemeint ist der Dozent) hat uns nahegelegt, das entsprechende Buch zur Vorlesung zu erwerben (alles sehr marketinglastig und untheoretisch, ich glaube unser guter Herr Corsten hätte keine Freude daran :) Im Anschluss daran stellte einer unserer Vietnamesen doch ziemlich frustriert fest, dass das Buch mit 500 SEK (ca. 55 Euro) recht teuer sei, wir in Europa aber leider rechtliche Einschränkungen bzgl. der Vervielfältigung von vielen Dingen hätten...

23 August 2006

Alles ein wenig anders

Die Tage bin ich über die Mitgliederzahl des Linköpinger ESN (European Student Network) gestolpert, die hier für die z.Z. 700 Exchange-Students ein tolles Rahmenprogramm auf die Beine stellen: Es sind 15. Wenn ich bedenke, wieviele wir in der Fachschaft sind und mit wieviel Aufwand jede auch noch so kleine Veranstaltung verbunden ist, schienen mir 15 Leute sehr gering. Des Rätsels Lösung ist wie folgt. Einige der Studenten nehmen ein Urlaubssemester und werden währenddessen von der Universität bezahlt. Feine Sache...
Im naturwissenschaftlichen Bereich sind meine Mitbewohner hier übrigens auch sehr engagiert. Markus zeigte mir gerade etwas entsetzt eine der Essigflaschen in der Küche. Ich kann nicht genau sagen, was darin rumlief, aber es war eindeutig etwas insektenartiges. Naja, ihm war es aufgefallen, als aus der Essigflasche nichts herauskam... der Inhalt war nicht mehr flüssig.
Ansonsten regnet es hier die meiste Zeit und meine Vorlesungen beginnen erst morgen nachmittag - es gibt schlimmeres.

21 August 2006

so macht selbst Java spaß

Nachdem es heute vormittag noch etwas schwül war, regnet es jetzt ununterbrochen. Da ich aber eh noch lernen muss, gibt es weitaus schlimmeres. Zum Beispiel irgendeine Tröte hier in der Umgebung, die zeigen muss, wie toll die Bässe bei Techno funktionieren. Wenn das gleich nicht vorbei ist, muss ich wohl mal die Gänge hier abklappern... Das Bild zeigt übrigens das Cafe bei den Informatikern hier (ausgestattet mit Beamer etc.). Solche Cafes gibts in fast jedem Gebäude hier, so dass man keine Sorge haben muss, zu verhungern. Hinzu kommen die über den Campus verteilten Studentenküchen mit Mikrowellen etc., wo man auch sein mitgebrachtes Essen aufwärmen kann.

19 August 2006

City Quiz

Heute vormittag war erstmal ein City Quiz an der Reihe. Dank der Hilfe einiger Schweden (inkl. Raika und Kathrin ;) haben Alex, 2 Vietnamesen (ist das so richtig?) und ich das Ganze relativ gut bestritten. Zugegeben haben wir uns bei der entscheidenden Schätzfrage (6 Teams hatten alles richtig) um die Kleinigkeit einer Zehnerpotenz vertan... :) Festzuhalten bleibt, dass die Linköpinger Innenstadt ziemlich schön ist, auch wenn die Seiten- und Parallelstraßen durchaus mit dem Charme derer in Ratingen, Kaiserslautern etc. mithalten können. Dafür weiß ich nun aber auch, wo das Kino liegt, wieviel Tonnen Wasser in die Kathedrale passen, wo es das beste Eis der Stadt gibt und natürlich, wo man den teuren Alkohol kaufen kann (selbstverständlich erst mit 20 Jahren).

Ansonsten waren die letzten Tage mit Infoveranstaltungen zum Studium und zum Leben allgemein in Schweden gefüllt. So zum Beispiel, dass im vergangenen Jahr nur 25 Studenten wegen Betrugs bei Prüfungen bestraft wurden... 16 davon waren Exchange - Students ;-) Aber auch Fragen, wie in Krankheitsfällen die Versorgung funktioniert, welche Anlaufstellen es für uns gibt und wo man günstig einkaufen kann, wurden erörtert.

Noch ein paar Worte zu den Fotos: Wegweiser wie auf dem 1. Bild finden sich überall in der Stadt und auf dem Uni-Gelände.
Das rote Haus steht mitten auf dem Uni-Campus; ob dies Büros etc. sind, weiß ich nicht...
Das 3. Bild zeigt das Verwaltungsgebäude der Uni. Man mag darüber streiten, ob unser Lauterer "Faulturm" da mithalten kann :)


16 August 2006

Wasser - oder: Warum man Schwedisch können sollte

Wasser - um genau zu sein ohne äußere Einwirkung von selbst sprudelndes Mineralwasser - ist etwas, was ich quasi zum Überleben brauche :) Zum Glück nur quasi! Frisch aus dem Flugzeug gestiegen, hab ich mir gestern eine kleine Flasche Mineralwasser gekauft... ok, im nachhinein fällt mir anhand des verborgenen "naturale" auch auf, warum es sich doch eher um stilles Wasser handelte.
Nächster Versuch gestern abend, 2 Flaschen mit durchsichtiger Flüssigkeit, die meines Erachtens nach Mineralwasser enthielten (kleine Bläschenbildung auf der Flascheninnenseite war auch zu erkennen). Wie der geneigte Leser erahnen wird, lag ich auch dieses mal daneben. Das ganze schmeckt mehr nach Spüli als nach irgendwas, was in den Bereich "Ernährung" gehört.
Dritter Versuch, heut Morgen an der "Snack-Bar" im Zenit-Gebäude (Verwaltung). Sorgsam darauf achtend, kein "naturale" zu erwischen und auch um "citrus" einen großen Bogen machend nahm ich das, was noch übrig blieb. Wofür letztendlich "päron" steht, wird mir hoffentlich alsbald jemand erklären, zumindest nicht für das, was ich erhofft hatte. Es ähnelt eher einer 2. Variante des sprudelnden Spüliwasser.
Vierter Versuch: Gedanken, ich könne ja mal in ein Wörterbuch schauen, möchte ich hiermit drastisch zurückweisen. Zum einen hatte ich keins zur Hand, zum anderen scheut der Jäger&Sammler-Trieb bekanntlich ausreichende Kommunikation. Nachdem wir gerade bei Willys waren, hatte ich das Zielobjekt letztendlich eingekreist. Neben diversen Produkten, die eindeutig nur meiner Verwirrung dienten, konnte ich erfolgreich eine Flasche normales Mineralwasser lokalisieren und erwerben.

Und was ist die Moral von der Geschicht´? Deutschland gewinnt heute wieder gegen Schweden und mir geht´s wieder gut!